Podiumsveranstaltung vom 4. November 2009

Zeitpunkt für Steuererhöhungen ist falsch

Der im August 2009 publizierte Beschluss des Zürcher Regierungsrats, Vermögenssteuern und Eigenmietwerte der Hauseigentümer für die Steuerperiode 2009 zu erhöhen, bewegt die Gemüter nach wie vor sehr. So folgten gut 300 Hauseigentümerinnen und -eigentümer der Einladung des Hauseigentümerverbands Kanton Zürich zur Orientierung und Diskussion des brisanten Themas.

Ursula Gut   Adrian Hug

In ihrem Eröffnungsreferat zeigte Regierungsrätin Ursula Gut auf, dass im Kanton Zürich die Immobilienpreise innerhalb der letzte Jahre stark gestiegen seien. Diese Wertsteigerung müssen nun laut Gut durch Erhöhungen angepasst werden, damit geltende Gesetze und die Rechtssprechung eingehalten würden. Darauf erläuterte Adrian Hug, Chef Kantonales Steueramt, in seinem Referat im Detail die Änderungen gegenüber der früheren Weisung 2003.

Podium
(v.l.n.r.) Thomas Rinderknecht, Leiter Bewertung/Expertisen, HEV Zürich, Hans Egloff, Präsident HEV Kanton Zürich und Kantonsrat, Regierungsrätin Dr. Ursula Gut, Vorsteherin Finanzdirektion, Adrian Hug, Chef Kantonales Steueramt, Karl Lüönd, Gesprächsleiter und Journalist

In der anschliessenden Diskussion unter der Leitung von Karl Lüönd wies Präsident und Kantonsrat Hans Egloff darauf hin, dass durch höhere Vermögenssteuern und Eigenmietwerte die steuerliche Belastung insbesondere des Mittelstandes weiter ansteige. Diese Mittel würden dann beim Konsum fehlen, insbesondere bei Investitionen zur Reduktion des Energieverbrauchs. Für Thomas Rinderknecht, Leiter Bewertung/Expertisen des HEV Zürich, gibt es klare Anzeichen, dass sich die Entwicklung der Immobilienpreise heute auf einem Kulminationspunkt befinde und damit zu rechnen sei, dass die Preise wieder sinken werden. Die Steuern könnten also sehr bald auf zu hohen Werten basieren. Die Frage von Lüönd, ob die Anpassungen nach unten ebenfalls so rasch umgesetzt würden wie jetzt die Erhöhungen, konnte nicht abschliessend beantwortet werden.

„Milchkühe“ sind keine „trägen Rindviecher“
Ein Teilnehmer meinte, die Hauseigentümer seien zwar die Milchkühe des Kantons, sie seien trotzdem keine „trägen Rindviecher“, die sich nur auf Gras fressen konzentrieren und sich alles gefallen lassen würden. Eher bedenklich war das Votum eines anderen Teilenehmers, der befürchtet, dass er seine Eigentumswohnung, die er sich als Alterswohnsitz und zur Altersvorsorge erworben hat – und nicht als Spekulationsobjekt – vermutlich bald verkaufen muss, weil er sich die steigende Steuerbelastung nicht mehr leisten kann. Den Hinweis, dass es Ausnahmeregelungen für solche Härtefälle gäbe, quittierte er mit der Aussage, er wolle für sich selber sorgen können und habe so etwas nicht nötig.

Merkblatt betr. Steuerabzug für erneuerbare Energie

Medienmitteilung HEV vom 20.8.2009

Medienmitteilung des Regierungsrates vom 20.8.2009

Weisung des Regierungsrates
über Festsetzung der Eigenmietwerte ab Steuerperiode 2009
(PDF)

Merkblatt Steueramt über steuerliche Abzugsfähigkeit von Unterhaltkosten

Mehrwertsteuer: Branchenbroschüre Liegenschaftsverwaltung/Immobilien