• Für die Galerie ...?

Für die Galerie ...?

30.03.2018     Hans Egloff

Unlängst hat der Zürcher Kantonsrat eine Revision bzw. Änderung des Gesetzes über die Sozialhilfe beraten, die auch für Hauseigentümer bzw. für Vermieter von Belang ist. Neben den Aspekten von sachlicher Relevanz wurden auch «grundsätzliche Fragen» erörtert.

Schon das geltende Recht erlaubt es den Ämtern, den Mietzins von Sozialhilfeempfängern direkt an deren Vermieter zu überweisen. Allerdings dürfen sie das nur dann tun, wenn Anzeichen für eine Zweckentfremdung erkennbar sind. Bisher war die direkte Überweisung also die Ausnahme. Zukünftig soll diese Möglichkeit quasi die Regel sein.

Damit wird eine von Hauseigentümern immer wieder geäusserte Forderung endlich erfüllt. Immer wieder kam und kommt es vor, dass Menschen mit ihrem Einkommen wenig haushälterisch umgehen und dass schliesslich die Mittel zur Deckung auch der Wohnkosten fehlen und darum nicht bezahlt werden – oft mit den entsprechenden Konsequenzen.

Gemäss einer vom HEV Zürich in Auftrag gegebenen Studie sind es vor allem private Wohnungseigentümer und Vermieter, die den sozial Schwachen, eben auch Sozialhilfeempfängern, Wohnraum zur Verfügung stellen. Da ist es wohl nichts als konsequent, wenn die den Fürsorgeempfängern für die Wohnkosten überwiesenen Gelder schliesslich auch auf dem Konto der Vermieter eingehen.

Durch diese Neuregelung wird auch sichergestellt, dass sozial Schwächere trotz staatlicher Unterstützung ihre Wohnung nicht wegen Zahlungsverzug verlieren. Bedauerlicherweise sahen einige Votanten im Rat darin einzig eine Vereinfachung der Arbeit für die Ämter oder schlicht eine pauschale Herabwürdigung aller Sozialhilfebezüger.