• Hauseigentümer müssen sich warm anziehen!

Hauseigentümer müssen sich warm anziehen!

15.01.2018     Hans Egloff

Vor rund drei Jahren hat die Konferenz der Kantonalen Energiedirektoren die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2014» (MuKEn) verabschiedet. Im Sinne der Harmonisierung sollen sie bis Ende dieses Jahres in die kantonalen Gesetze überführt werden.

Der Bundesrat will jetzt gar «ein Brikett nachlegen». Die Hauseigentümer und Mieter bezahlen einen hohen Preis. Heutige Einrichtungen werden schlicht verboten.

Die schweizerischen Vorschriften für Neubauten gehören europaweit zu den strengsten. Nun haben die Energiedirektoren auch die bestehenden Gebäude auf dem Radar. Dabei setzen sie nicht mehr durchwegs auf Freiwilligkeit, sondern in Teilen auch auf Sanierungszwang.

Der Ersatz von Öl- oder Gas-Heizkesseln soll in Wohnbauten neu mit der Pflicht verbunden werden, mindestens 10% der Wärme aus erneuerbaren Energien zu decken (zusätzliche Solaranlage, Wärmepumpe etc.). Innert 15 Jahren soll der Ersatz von bestehenden Elektroboilern in Wohnbauten ganz verboten werden. Elektroheizungen sollen ebenso innert 15 Jahren ganz verboten werden, auch bestehende. Man kann von solchen Anlagen halten, was man will. Fakt ist jedoch, dass diese einst öffentlich als saubere Alternative zur fossilen Wärmegewinnung angepriesen und gefördert wurden.

Nun geht dem Bundesrat die Senkung des CO2-Ausstosses zu wenig schnell. Mit dem überarbeiteten CO2-Gesetz soll der CO2-Ausstoss im Gebäudebereich bereits bis 2026 halbiert werden. Sollte dieses Ziel verfehlt werden, will der Bund einen landesweit einheitlichen CO2-Grenzwert von 6 kg CO2 pro m2 Wohnfläche einführen. Was auf den ersten Blick plausibel klingt, erweist sich beim genaueren Hinsehen als ein verstecktes Verbot von Öl- und Gasheizungen.

6 kg CO2 entstehen aus der thermischen Verwendung von ca. 2.1 Liter Heizöl. Dies bedeutet, dass neue fossile Heizungen ab 2030 nur noch für Gebäude zum Einsatz kommen dürfen, welche einen Wärmeenergiebedarf von weniger als 2.1 Liter Heizöl pro m2 Energiebezugsfläche aufweisen. Die MuKEn 2014 fordern für Neubauten einen Wert von 3.5 Liter Heizöläquivalent (Heizöl pro m2 Energienutzungsfläche) ...

Die Wohnkosten in der Schweiz gehören europaweit zu den höchsten. Die neuen Vorschriften werden einen weiteren Kostenschub bewirken. Zurück zur Vernunft und zum Prinzip der Verhältnismässigkeit sind darum die Forderungen an die Politik.