Qualitätssicherung zahlt sich aus
Heute kommt kein Nagel auf die Baustelle, der nicht einer Norm entspricht. Mit der engen Nachbarschaft zur EU hat sich die «Vernormung» sogar intensiviert. Die konsequente Normierung führt zu einer Standardisierung der Produkte und Verfahren, die das Bauen mit industriellen Erzeugnissen erst möglich und in der Regel auch kostengünstiger macht. So kämpft sich manch ein Planer, aber auch Hauseigentümer, durch die geschraubte Prosa der Richtlinien und Empfehlungen. Der Aufwand lohnt sich, denn die Qualität von Produkten und Materialien lässt sich über diese Papiere einfordern und überprüfen.
Vorsicht vor faulen Ausreden
Für die Qualität eines Gebäudes oder eines Sanierungsprojektes ist der bauleitende Architekt verantwortlich, für die einzelnen Systeme der Lieferant. Erfahrene Fachleute kennen die wichtigsten Fallstricke und beugen entsprechend vor. Der Hausbesitzer bleibt davon in der Regel unbehelligt. Sinnvoll sind Standards aber auch für Auftraggeber als Diskussionsbasis in Verhandlungen mit dem Architekten, mit dem Heizungsplaner und dem Installateur. Dabei stösst der interessierte Hauseigentümer mitunter auf Skepsis oder gar auf «faule Ausreden». Denn viele Standards bedingen eine sorgfältige Planung und Ausführung, was zu höheren Kosten führen kann. Hellhörig sollten Hausbesitzer werden, wenn es lapidar heisst: «Das lohnt sich nicht» oder «Ist zu teuer». Derartige Kommentare sind völlig deplaziert bei Leistungen, die ein Kunde eigentlich erwarten darf. Beispielsweise die fachgerechte Inbetriebsetzung einer Heizung. Oder die Einhaltung der Schallschutzanforderungen gemäss SIA. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, eine Auswahl ist in der Tabelle links enthalten.
Bei der Bestellung einbringen
Naturgemäss handeln sich Auftraggeber Konflikte ein, wenn sie ihre Wünsche erst nach einer Bestellung äussern. Deshalb ist der gewünschte Standard bereits in der Vorbesprechung zu thematisieren. Schliesslich sollte er als integraler Teil in eine Bestellung Eingang finden. Voraussetzung sind Kenntnisse zu den Standards. Typisch dafür ist die Effizienzangabe bei Wärmepumpen. Denn zur Bestimmung des Wirkungsgrades werden zwei verschiedene Normen angewendet, die zu verschiedenen Resultaten führen. Viele Anbieter beziehen ihre Werte deshalb auf jene Norm, die den höheren Effizienzwert liefert. Deshalb ist ein Standard nur aussagekräftig in Verbindung mit der Norm, die zu dessen Berechnung herangezogen wurde. Die präzise Angabe lautet für eine Wärmepumpe mit Erdsonde beispielsweise: Wirkungsgrad 4,4 bei einer Sondentemperatur von 0 Grad und einer Heiztemperatur von 35 Grad Celsius auf der Basis der Norm EN 14511. Der Hausbesitzer kann also damit rechnen, dass das Aggregat bei diesen Temperaturverhältnissen etwa viermal mehr Wärme erzeugt, als es Strom bezieht.
Auf Unterschiede achten
Generell ist Vorsicht geboten bei Unterschieden zwischen Schweizer und europäischen Normen (EN), zwischen den alten und den neuen Richtlinien, aber auch zwischen Ziel- und Grenzwerten. Die Norm SIA 181 «Schallschutz im Hoch-bau» unterscheidet zwischen «Mindestanforderungen» und «erhöhten Anforderungen». Der scheinbar geringe Unterschied zwischen den beiden Werten der Schallimmission von 3 dB (A) ist in einem Schlafzimmer nachts um drei Uhr sehr gut hörbar.
Bauen und Modernisieren: Auswahl Gebäudestandards
Ganzes Gebäude
| Bauökologie, Gesundheit: Minergie-Eco Schallschutz im Hochbau: SIA 181 |
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Gebäudehülle | Energiebedarf, Komfort: Minergie | |
Fenster | Wärmeschutz und andere Kriterien | |
Haustechnik
| Leistungsgarantie Heizung und Lüftung Abnahmeprotokoll gemäss SWKI (96-5) | www.leistungsgarantie.ch
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Wärmepumpen
| Effizienz, Schallemissionen Gütesiegel D-A-CH: verschiedene Kriterien | |
Sonden(WP) | Gütesiegel Erdwärmesonden | |
Heizkessel | Betriebsprobe nach Procal |
Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Standards zur Qualitätssicherung beim Bauen. Für jedes Bauvorhaben sollte eine derartige Liste erstellt und umgesetzt werden.

