• «Mehr Velo» oder «mehr Grün» – De Foifer und s Weggli?

«Mehr Velo» oder «mehr Grün» – De Foifer und s Weggli?

16.02.2022 Albert Leiser

Mitte Januar hat der Zürcher Stadtrat die «Fachplanung Stadtbäume» präsentiert. Mit dieser hat er sich ein weiteres ambitioniertes umweltpolitisches Ziel gesetzt: Bis 2050 soll die durch Bäume beschattete Fläche im Durchschnitt über das gesamte Stadtgebiet von rund 17 Prozent (Stand 2018) auf 25 Prozent erhöht werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen nach dem Willen des Stadtrates nebst den Behörden, für welche die Vorgaben der Fachplanung verbindlich sind, auch private Grundeigentümerinnen und -eigentümer dazu angehalten werden, mehr Bäume zu pflanzen. Noch ist die Rede davon, dass dies über Information, Beratung und Förderung geschehen soll – also auf freiwilliger Basis. Wogegen der HEV Zürich nichts einzuwenden hat, im Gegenteil: Es spricht nichts dagegen, auf privaten Grundstücken wie bisher Bäume freiwillig anzupflanzen. Zumal Haus-, Grund- und Stockwerkeigentümer ein Interesse daran haben, in Eigeninitiative zu einer attraktiven, durchgrünten Umgebungsgestaltung beizutragen und diese zu erhalten.

Eine allfällige Baumschutz- und Baumpflanzpflicht auf privaten Grundstücken hingegen sehen wir kritisch. Nicht nur würde die bisherige Eigeninitiative untergraben, was im Endresultat zu weniger Bäumen führen dürfte, sondern die Stadt Zürich würde Hauseigentümer einmal mehr in die Bredouille bringen: Um Platz zu schaffen für Velowege, fordert sie Eigentümer bisweilen mit Nachdruck dazu auf, das Auto nicht auf der Strasse zu parkieren, sondern in einer Tiefgarage. Eine Pflicht zum Baumpflanzen erschwerte, ja verunmöglichte den Bau von Tiefgaragen in vielen Fällen jedoch.

Womit sich die Frage stellt: Bäume oder Velowege? Beides – "mehr Velo" und "mehr Grün", wie es die rot-grünen Parteien auf den Bannern zur Abstimmung über die kommunalen Richtpläne vom 28. November 2021 versprochen haben – dürfte kaum möglich sein. De Foifer und s Weggli ist leider nicht zu haben.