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Die Mär von den Alten in ihren zu grossen Häusern

15.06.2026

Einst betrachtete man das eigene Haus als beste Sicherung fürs Alter. Auf dies und das zu verzichten, wofür Gleichaltrige ihr Geld ausgaben, und stattdessen für das eigene Dach über dem Kopf zu sparen, galt als kluge Strategie.

Man sollte meinen, in einer Zeit, in welcher die Lebensdauer erheblich zugenommen hat, gälte dies immer stärker. Umso mehr, als an der Sicherheit der Leistungen von AHV und Pensionskasse immer grössere Zweifel aufkommen. Seit die Wohnungsknappheit von linken Kreisen als Dauerthema bewirtschaftet wird und kaum mehr aus den Medien verschwindet, sehen sich Eigenheimbesitzer aber immer öfter harscher Kritik ausgesetzt – gerade im Alter. Aus den weitsichtigen Sparern sind plötzlich selbstsüchtige Alte geworden, die den Jungen den Wohnraum wegnehmen – Wohnraum, der erst noch günstig ist.

Die Kritiker machen es sich zu einfach. Die Wohnung oder das Haus, das heute als günstig betrachtet wird, war zur Zeit, als es die heutigen Bewohner kauften, alles andere als günstig. Es ist eine irrige Vor-stellung, dass Immobilien früher für einen Pappenstiel zu haben waren. Manch ein Eigentümer würde sich im Übrigen gerne verkleinern, tauscht aber das mittlerweile günstige Haus natürlich nicht gerne für eine kleinere, weniger attraktive, aber ebenso teure oder gar teurere Wohnung.

Werden betagte Eigentümer durch gesundheitliche Probleme in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und sind daher auf eine altersgerechte Wohnung angewiesen, stehen sie im Übrigen vor demselben Problem wie andere Wohnungssuchende: Es gibt zu wenige Wohnungen. Ihre Suche wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die meisten Altbauten zum Vorneherein nicht in Frage kommen. Stufen, Schwellen, zu schmale Türen für Rollator oder Rollstuhl – die Liste der Hindernisse ist lang. Kein Wunder ziehen manche es vor, ihr Haus so gut es geht altersgerecht umzugestalten.

Mein Glaube an die Richtigkeit der Altersvorsorge durch Wohneigentum ist ungebrochen. Es ist davon auszugehen, dass auch diejenigen, die heute für den Erwerb einer «teuren» Wohnung auf einiges verzichten, ihn in zehn Jahren als gute Investition betrachten werden. Das Problem sind nicht die «Alten». Es wird zu wenig gebaut.