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Tag der Steuerfreiheit - Oder von der Fantasielosigkeit der Politik

15.06.2026

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat für rund 2500 Gemein- den den «Tag der Steuerfreiheit» errechnet. Demgemäss habe der durchschnittliche Einwohner in Zug bereits Mitte Januar genug verdient, um seine Steuern zu bezahlen. Fortan komme sein Ein kommen allein ihm zugute.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat für rund 2500 Gemein- den den «Tag der Steuerfreiheit» errechnet. Demgemäss habe der durchschnittliche Einwohner in Zug bereits Mitte Januar genug verdient, um seine Steuern zu bezahlen. Fortan komme sein Ein kommen allein ihm zugute. Für die meisten anderen Steuerzahler sei dies erst Mitte bzw. Ende Februar möglich. Insbesondere der Feststellung «Fortan kommt sein Einkommen allein ihm zugute» möchte ich folgende Gedanken und Hinweise entgegenhalten: Die Eidgenössische Steuerverwaltung übersieht mit ihrem «Tag der Steuerfreiheit» nämlich, dass nicht nur dem Bund Steuern ge schuldet sind. Im letzten Jahr betrug die Fiskalquote deutlich über 30 Prozent (für Bund, Kanton und Gemeinden sowie für die obligatorischen Sozialversicherungen). Dies bedeutet, dass der Schweizer Steuerpflichtige durchschnittlich über 30 Prozent seines Einkommens an die Staatskasse abzuliefern oder dass er die ersten gut 100 Tage des Jahres für die Staatskasse zu arbeiten hatte. Avenir Suisse hat jüngst errechnet, dass der «Tag der finanziellen Freiheit» dieses Jahr auf den 21. Mai gefallen ist. Die Dauer, in der wir für die Allgemeinheit arbeiten und zahlen, habe sich übrigens seit 1940 pro Jahrzehnt um eine Woche verlängert. Diese Entwicklung bereitet allenthalben grosse Sorge, die Finanzie rung der Sozialwerke (AHV, IV, Kinderbetreuung) und der Armee ist nicht gesichert. Höhere Abgaben sind aber nicht einfach gott- gegeben. Die valable Alternative sind Einsparungen, Ausgabenkür zungen und ein Stopp der Umverteilung. Davon wissen und reden alle – allein der Politik fehlt der Mut. Stattdessen lässt man der Fantasie freien Lauf: In Deutschland wird nun ernsthaft diskutiert, ob nicht kinderlose Paare eine zusätzliche Steuer entrichten sollen ...